„Hollywood-Feeling“ in  Probsteierhagen  -  34 Kinder und Jugendliche im „Fischauge“- Medienfieber
In der letzten Ferienwoche, vom 1. bis 5. August, hatten die Kinder und Jugendlichen aus Probsteierhagen keine Zeit für Langeweile. Denn greifbar nah schlug auf dem Dorfplatz das „Fischauge“-Mediencamp mit Kameras, Mikrofonen, Schnittplätzen und einem Multi-Media-Labor seine Zelte auf.
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Acht engagierte junge „Teamer“ luden zu einer Woche voll spannender und interessanter Erfahrungen ein. Viele Neugierige kamen und staunten, 34 Kinder und Jugendliche blieben – 10 Stunden pro Tag, und das bis einschließlich Freitag. Das Projekt war  kostenlos, inklusive dem gemeinsamen täglichen Frühstück. Die acht „Fischauge-Teamer“ gingen mit Einfühlungsvermögen sowie fachlicher und sozialer Kompetenz auf die jungen Teilnehmer ein. Denn das Ziel war, in nur vier Tagen einen fertigen Kurzfilm von der Idee bis hin zur Produktion zu entwickeln. Zudem war eines klar und stets vor Augen: am Donnerstagabend musste alles „im
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Kasten“, geschnitten, vertont und vorführbereit sein. Der Drehplan und die Sichtung erfolgen hingegen Schwarz auf Weiß, sprich „handschriftlich“, was wiederum den Praktikern unter den Film-Begeisterten einiges an Theorie abverlangte und besonders den Neunjährigen viel Kopfzerbrechen bereitete. Die knappe Vier-
Tage-Vorgabe bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hielt jedoch alle auf Trab und ließ den Theoretiker zwangsläufig zum Praktiker werden - und umgekehrt (und die Deutschlehrer der Drittklässler werden staunen…). Also wurde fieberhaft gewerkelt und entschlossen gehandelt. Doch immer wieder kam es vor, dass scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten in letzter Minute ein aufwendiges Projekt kurz vor der Vollendung gefährdeten. Wie
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beim „Naturprojekt“: Colja (10) aus Prasdorf, wollte am dritten Tag schon fast das Handtuch schmeißen, denn es nervte ihn gewaltig, dass seine Tonaufnahme ständig vom Verkehrslärm übertönt wurden. Seine Freunde sowie Mitstreiter Pornthep(10), genannt „Leng“ und Frieder (9) aus Probsteierhagen mussten reichlich Überredungskunst anwenden, damit er schließlich nachgab und dem Projekt treu blieb. Tommi (12), Kevin (8), Davin (9), und Tom (9) aus Probsteierhagen wollten bei ihrem Krimi „Mord am Teich“ jeder mal der Mörder und jeder mal der Polizist sein… Da gab’s noch einiges zu klären. Niklas (15) aus Probsteierhagen hatte sich kurzerhand entschlossen, die umständliche Knetmännchen-Variante aufzugeben und ließ seine „Deutschland gegen Holland“ Trick-Fußballer nun als Lego-Figuren gegeneinander antreten. Auch das „Märchenfilm“-Projekt der verhältnismäßig großen, achtköpfigen Gruppe, warf so manche Sorgenfalte auf die Stirn der Teilnehmer des umfangreichen Vorhabens. Der Hinweis der Schöpfer, dass man für die hilfreiche „Klobürste“ auf die „Echthaar-Perücke einer 40 Jahre alten Puppe“ angewiesen war, erstaunte niemanden angesichts dieser quirligen kreativen Truppe mit Theater-Format. Noch Minuten vor der Donnerstag-Präsentation wurde mit Feuereifer an „Es war einmal“ gearbeitet.
Dann kam der große Augenblick. Noch wurden hier und da Bankreihen um- und dazugestellt, die Leinwand auf der Bühne gerichtet und der Projektor in Position gebracht, als die vielen
Besucher um 21 Uhr den Probsteierhagener Dorfplatz betraten und den aufgeregten Künstlern aufmunternd zuwinkten.
Die leckere Grillwurst hatte keine Chance auf dem Rost zu erkalten und mit einem Becher Fanta in der einen Hand und einer aufschlussreichen Broschüre zur Medienerziehung und
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Jugendarbeit in der anderen, tauschte die Eltern sich über die so plötzlich und unvermittelt höchst engagierten Sprösslinge aus. Auch der Direktor der ULR, Gernot Schumann, mischte sich unter die neugierigen Anwesenden. Dann ging es los: Drei temporeiche Krimis, ein interessanter Dokumentar-, ein facettenreicher Märchen-, ein phantasievoller Natur- und ein origineller Trickfilm sowie ein „cooles“ Musik-Video flimmerten über die große Leinwand. Die Besucher verfolgten fasziniert jede einzelne Sequenz der Kurzfilm-Kreationen, hielten betroffen inne, lachten laut auf oder applaudierten spontan. Die sympathisch von „Teamer“ Ben anmoderierten Klein-Kunstwerke verblüfften und entzückten die Zuschauer gleichermaßen. Die Probsteierhagener Bürgermeisterin Margit Lüneburg betrat nach Ende der Präsentation die Bühne und lobte die perfekte Arbeit und das großartige Engagement des „Fischauge“-Teams sowie der 34 außerordentlich kreativen Kinder und Jugendlichen. Diese waren sichtlich stolz und überglücklich. Hatte sich die viele Arbeit und das Durchhaltevermögen doch gelohnt. Mehr noch – jeder einzelne der Schüler ging aus dieser Woche mit gestärktem Selbstvertrauen und –bewusstsein sowie einer selbst produzierten Film-DVD in der Tasche in das kommende Schuljahr. Diese erfolgreiche und eigenständige Projektarbeit ist nicht so leicht zu „toppen“ und wird sicher – auch aus pädagogischer Sicht – für interessanten (Unterrichts-)Gesprächsstoff sorgen. Weitere Infos unter: www.ok-medienzirkus.de