Die Schönberger
Fußgängerzone mutierte am vergangenen
Sonnabend zu einer einzigen kulinarischen und
musikalischen Erlebniszone. „Schuld“ war
das Versprechen einer exzellenten Schlemmergasse und
Biervergnügen non stopp, verbunden mit nicht enden
wollender Live-Musik-Unterhaltung in der
Größenordnung eines
Seebrückenfest-Tages und
demselben Abschluss, einem Feuerwerk. Mit entsprechend
großer Erwartungshaltung strömten im Laufe
des Tages bis in die Nacht hinein über tausend
Besucher in den Schönberger Ortskern, im
Gepäck viel gute Laune und das nötige
Kleingeld für das eine oder andere Bierchen und
Schlemmereien von zarten Meeresspezialitäten bis
hin zu deftiger Erbsensuppe aus der
dampfenden Kanone. Auch die Kinder
wurden nicht vergessen. Obwohl fast zeitgleich das
traditionelle Kinderfest im Kleingartengelände
seine Tore öffnete, nutzten viele Eltern die
Möglichkeit, das eigene Vergnügen mit dem
ihrer Sprösslinge ganz praktisch zu verbinden. Das
Spielmobil mit vielfältigem Bastel-, Mal- und
Spielangebot sowie kompetenter
Betreuung und eine Torwand, die nachmittags gegen eine
riesige Hüpfburg mit launigem
„Eigenleben“ ausgetauscht wurde, fanden
großen Anklang. Auch das rollende „Artworks
Airbrush Illustration-Studio“ verzierte so
manchen Arm mit kunstvollen Tatoos der abwaschbaren
Art. Von zwölf Uhr mittags bis zwölf Uhr
Mitternacht wurde durchgehend ein Live-Konzert-Programm
der Superlative geboten. Auf zwei Bühnen, die gut
durchdacht, an den beiden Enden der
|
|
Schlemmergasse platziert waren,
gaben sich sechs Rock-, Pop- und Folk-Bands zwölf
Stunden ohne jegliche Pause die Mikrofone in die Hand.
Die Besucher strömten demzufolge in
regelmäßigen zeitlichen Abständen von
der einen zur anderen Live-Performance und
natürlich jeweils vorbei am verlockenden
knallroten Schwenkgrill, an Kruses
Fischspezialitäten, an
Döner-Buden, dem
„Küstenlümmel“ und sage und
schreibe neun Bierständen. Zeit und Gelegenheit
genug, um Budweiser, Jever und Jever Dark, König
Pilsener, Wahrsteiner, Holsten Pilsener, Paulaner
Weizen, Duckstein oder dem dänischen Sol einen
durstigen Besuch abzustatten. Frisch gestärkt
wurde frenetisch und mit dem Wunsch nach vielen Zugaben
der überzeugende Auftritt der
Schönberger Formation
„No!Reason“ mit Oldie-Cover gewürdigt.
Diese Band hat am Sonnabend Größe in toller
Performance und musikalischem Einklang bewiesen und zu
Recht viele Fans hinzu gewonnen. Im Anschluss zogen
„Schröder und Neumann“ alle Register
ihres vielseitigen Könnens und hießen ihre
Zuhörerschaft mit den Worten willkommen:
„Wir begrüßen euch zum
größten Innenstadtfest, hier im schönen
Schönberg“, und legten los. Dass sie
Wahrsteiner von Budweiser nicht unterscheiden konnten,
machte sie noch sympathischer. „Landslide“
wartete gleich mit zwei begabten Sängerinnen auf
und bewies erneut, dass Folk und Rock eine gelungene
Kombination ergibt und übertrug ihre gute Laune,
trotz technischer Probleme, Eins zu Eins auf ihre
Zuhörer. „Crossing Storm“ standen dem
in nichts nach und brachten die Besucher mit
fantastischem Irish Folk in Stimmung. Was soll man zu
„The Crew“ noch sagen? „Rockin’
all over the World“ vielleicht! Denn, fetter Rock
höchster Qualität und Bombenstimmung
garantiert, fällt einem zu dieser
|
|
hervorragenden Schönberger
Band ein, die das Seebrückenfest am Freitag mit
Karacho eröffnen wird. Und dann wäre da noch
„Big Matten“. Die haben’s faustdick
hinter ihren erfahren Ohren. Diese „Dubliners
für Arme“ haben keinen Grund sich zu
verstecken. Und zum Glück taten sie es auch nicht,
sondern bereicherten an diesem musikalisch
ereignisreichen Tag gleich zweimal die
Fußgängerzone mit herausragenden Folk vom
Feinsten. Während „Big Matten“ kurz
nach 22 Uhr kurzfristig die Bierstände
„inspizierte“, gab es ein fantastisches
Highlight
der besonderen Art: Eine grandiose,
musikalisch perfekt untermalte, feurige Showeinlage mit
Bauchtanz, Flammenzauber, Feuerschluckern und anmutigem
Scherbentanz, die ihresgleichen sucht. Nachdem sich
„Big Matten“ beziehungsreich mit
„Country Road, take me home, to the place I
belong …” verabschiedet hatte, wurde
pünktlich um Mitternacht dann ein, wenn man die
Resonanz der Zuschauer hierauf wiedergeben will,
zugegebenermaßen „zierliches“
Feuerwerk in den klaren Nachthimmel gezaubert.
Aber im Großen und Ganzen, -
vielleicht abgesehen vom etwas unglücklichen
Standort des weißen weitläufigen Zeltes, auf
dessen geschlossene Rückwand man starrte, wenn man
die Fußgängerzone aus Richtung Stakendorfer
Tor betrat und an dessen Stelle viele Besucher lieber
eine offene Biergarten-Anlage gesehen hätten -,
gab es nichts wirklich Gravierendes zu kritisieren.
Aber, wie sagt man so schön: „Aller Anfang
ist schwer“. Doch dieser war mehr als
überzeugend! Dieses tolle Fest, initiiert von
„Bierbörse“-Chef
Thorsten Lindau, wird hoffentlich auch in den kommenden
Sommern die Veranstaltungen im Schönberger
Ortskern mit einem alle Sinne bedienenden,
hervorragenden und vielfältigen Programm, wie am
vergangenen Sonnabend eindrucksvoll geschehen,
bereichern.
|